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Ratgeber

Der tabellarische Lebenslauf

Aufbau, Inhalt und Länge des tabellarischen Lebenslaufs — und die Punkte, an denen ein internationaler CV in Deutschland auffällt.

Aktualisiert 24. August 20268 Min. Lesezeit

Der Lebenslauf in Deutschland ist eine Tabelle. Nicht im übertragenen Sinn, sondern tatsächlich: links die Zeiträume, rechts die Angaben, absteigend von der aktuellsten Station. Gelesen wird er auf Vollständigkeit, nicht auf Überzeugungskraft — überzeugen soll das Anschreiben davor. Wer aus dem angelsächsischen Bewerbungsraum kommt, kann sich fast alle weiteren Unterschiede aus diesem einen herleiten.

Die Reihenfolge der Abschnitte

  1. Überschrift: „Lebenslauf“. Das Dokument benennt sich selbst.
  2. Persönliche Daten — Name, Anschrift, Telefon, E-Mail, meist Geburtsdatum und -ort.
  3. Berufserfahrung, absteigend, mit Monat und Jahr bei Beginn und Ende.
  4. Ausbildung: Studium, dann Berufsausbildung, dann Schule, jeweils absteigend.
  5. Weiterbildungen und Zertifikate.
  6. Kenntnisse — Sprachen mit Niveau, EDV-Kenntnisse, Führerschein, wenn die Stelle ihn braucht.
  7. Engagement oder Interessen, nur wenn sie etwas aussagen.
  8. Ort, Datum und Unterschrift.

Zwei Seiten sind die Norm und die Grenze. Eine Seite ist am Anfang völlig in Ordnung und wirkt nach etwa acht Berufsjahren dünn. Drei Seiten sind außerhalb der Wissenschaft unüblich — dort gehört die vollständige Publikationsliste dazu und es gelten ohnehin andere Regeln.

Lücken fallen hier auf

Weil das Dokument als Chronologie gelesen wird, fällt ein fehlendes Halbjahr auf — anders als in einem Lebenslauf, der nur Jahreszahlen nennt. Die Konvention ist nicht, es zu verstecken: Der Zeitraum bekommt eine eigene Zeile und eine knappe Bezeichnung — Elternzeit, Pflege eines Angehörigen, Weiterbildung, berufliche Neuorientierung, Arbeitssuche. Eine benannte Lücke ist eine Angabe. Eine unerklärte ist eine Frage, die im Gespräch gestellt werden muss, und dafür ist die Zeit dort zu schade.

Persönliche Daten

Das Geburtsdatum ist üblich. Die vollständige Anschrift ebenfalls, weil das Anschreiben als Brief gesetzt ist und beide Dokumente zusammenpassen sollen. Die Staatsangehörigkeit steht häufig dabei, Familienstand und Kinderzahl deutlich seltener als früher, die Konfession nur bei kirchlichen Trägern. Pflicht ist nichts davon. Die praktische Frage ist, welches Fehlen auffällt — und in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind das: gelegentlich das Geburtsdatum, oft die Anschrift.

Wie die Einträge formuliert werden

Zu jeder Station gehören die Positionsbezeichnung, der Arbeitgeber mit Ort und darunter zwei bis fünf Stichpunkte. Diese Stichpunkte sind häufiger Nominalphrasen als die verbbetonten Sätze eines englischen CV: „Verantwortung für ein Team von sechs Mitarbeitenden“ statt „Führte ein Team von sechs“. Zahlen helfen trotzdem, und zwar aus demselben Grund wie überall: Sie zwingen die Zeile dazu, ein Ergebnis zu beschreiben statt einer Zuständigkeit.

  • Den Arbeitgeber vollständig nennen, mit Rechtsform und Ort. „Siemens AG, München“ statt „ein großes Industrieunternehmen“.
  • Bei ausländischen Abschlüssen die deutsche Entsprechung in Klammern ergänzen und die Originalbezeichnung zuerst stehen lassen.
  • Sprachniveaus als A1–C2 oder als Muttersprache angeben. „Gute Deutschkenntnisse“ sagt niemandem etwas, der eine Schicht besetzen muss.
  • Schrift, Ränder und Kopfzeile wie im Anschreiben. Die Unterlagen werden als ein Dokument gelesen.

Ort, Datum, Unterschrift

Der Lebenslauf endet mit Ort, Datum und Unterschrift. Das ist eine Formalie und zugleich die Zeile, an der man am deutlichsten sieht, dass ein Lebenslauf für diesen Markt geschrieben wurde. Eine eingescannte oder digital gezeichnete Unterschrift ist in einer PDF-Bewerbung völlig normal; ein getippter Name wird zunehmend akzeptiert und kostet niemanden die Stelle. Das Datum gehört auf den Tag der Bewerbung, nicht auf den Tag der letzten Dateiänderung.

Wenn Sie einen internationalen CV mitbringen

Sie müssen nicht von vorn anfangen. Vier Änderungen reichen meistens: Monatsgenaue Datumsangaben ergänzen, den Block mit den persönlichen Daten und die Unterschriftszeile hinzufügen, Lücken benennen und die Überzeugungsarbeit aus dem Lebenslauf ins Anschreiben verlagern. Was Sie nicht tun sollten: den einseitigen US-Resume mit Profilabsatz und ohne Anschrift unverändert lassen — er wirkt nicht knapp, sondern unvollständig.