Ratgeber
Das Bewerbungsfoto: ja oder nein?
Im deutschsprachigen Raum weiterhin üblich und trotzdem freiwillig. Woran man ein brauchbares Bewerbungsfoto erkennt — und wann keines besser ist.
Aktualisiert 24. August 20265 Min. Lesezeit
Deutschland, Österreich und die Schweiz gehören zu den letzten Märkten, in denen ein Foto im Lebenslauf normal ist und nicht als Fehler gilt. Vorgeschrieben ist es nicht, und eine Bewerbung ohne Foto ist vollständig. Die Konvention ist trotzdem real: Die meisten Lebensläufe, die bei deutschen Arbeitgebern eingehen, haben eines — es wegzulassen ist eine sichtbare Entscheidung, keine neutrale.
Wann ein Foto sinnvoll ist
- Bei kleinen und mittleren Arbeitgebern in Deutschland, Österreich und der Schweiz, wo die Konvention am stärksten ist.
- In Berufen mit Kundenkontakt, in Gastronomie, Pflege, Handel und Vertrieb, wo es fast durchgängig üblich ist.
- Bei jeder Ausschreibung, die „vollständige Bewerbungsunterlagen“ verlangt und nichts Gegenteiliges sagt.
Wann Sie es weglassen
- Die Ausschreibung bittet darum oder der Arbeitgeber verwendet ein anonymisiertes Verfahren.
- Sie bewerben sich über ein großes Bewerbermanagementsystem, in dem ein Bild bestenfalls ignoriert wird und schlimmstenfalls das Auslesen stört.
- Sie bewerben sich aus dem Ausland auf eine international besetzte Stelle, bei der die lesende Person britische oder US-Normen anlegt.
- Sie haben kein gutes Foto. Kein Foto ist deutlich besser als ein schlechtes.
Woran man ein brauchbares Foto erkennt
Ein Bewerbungsfoto ist weder ein Passbild noch ein Porträt von einer Hochzeit. Es zeigt Kopf und Schultern, frontal oder leicht seitlich, in gleichmäßigem Licht, vor ruhigem Hintergrund, in der Kleidung, die Sie auch zum Gespräch tragen würden. Sie schauen in die Kamera, der Ausdruck ist freundlich, nicht amtlich. Ein Fototermin kostet Geld — anders als diese Seite; ein Handy am Fenster an einem bewölkten Tag, von jemandem auf Augenhöhe gehalten, reicht wirklich aus.
- Hochformat, etwa 4:5 oder 3:4, im Druck ungefähr 45 × 60 mm.
- Mindestens 600 Pixel an der kurzen Kante, damit es im gedruckten PDF nicht weich wird.
- Kein Selfie-Winkel, keine Sonnenbrille, keine weggeschnittene zweite Person, kein Urlaubshintergrund.
- Dasselbe Foto im Lebenslauf und in den Profilen, die der Arbeitgeber ansieht. Es geht um Wiedererkennbarkeit.
Wohin es gehört
Oben rechts auf der ersten Seite des Lebenslaufs, auf Höhe der persönlichen Daten — das ist die Standardplatzierung und die, mit der jede lesende Person rechnet. Oben links funktioniert in einer Vorlage mit Seitenspalte. Auf das Anschreiben gehört es nicht, und auf ein Deckblatt nur dann, wenn Sie bewusst eines schicken.