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Ratgeber

Das Anschreiben nach DIN 5008

Eine Seite, Betreffzeile, vier Absätze, Briefform nach DIN 5008. Was ins Anschreiben gehört und wo jeder Teil steht.

Aktualisiert 24. August 20267 Min. Lesezeit

Das Anschreiben trägt die Argumentation. Der Lebenslauf listet auf, was war; das Anschreiben sagt, warum daraus diese Stelle folgt. Es ist ein förmlicher Geschäftsbrief, es ist eine Seite lang, und sein Aufbau folgt der DIN 5008 so weit, dass Abweichungen auffallen.

Die Bestandteile, von oben

  1. Ihr Name und Ihre vollständige Anschrift, oben auf der Seite.
  2. Das Anschriftenfeld des Arbeitgebers: Unternehmen, dann die Ansprechperson, dann Straße und Ort. Vier bis sechs Zeilen.
  3. Ort und Datum, rechtsbündig. „München, 24.08.2026“.
  4. Die Betreffzeile — fett, ohne das Wort „Betreff:“, mit Stellenbezeichnung und Kennziffer.
  5. Die Anrede mit Komma; die nächste Zeile beginnt klein.
  6. Vier Absätze.
  7. „Mit freundlichen Grüßen“, Unterschrift, getippter Name.
  8. Optional „Anlagen“ mit einer Aufzählung der Unterlagen.

Die vier Absätze

Der Einstieg nennt die Stelle und wie Sie darauf gestoßen sind, in ein bis zwei Sätzen — ohne „hiermit bewerbe ich mich“. Die Formulierung ist nicht falsch, sie ist nur der meistgelesene Satz der deutschen Personalauswahl und verbraucht Ihre erste Zeile für nichts. Beginnen Sie stattdessen mit dem Grund.

Der zweite Absatz begründet, warum dieser Arbeitgeber. Etwas so Konkretes, dass es sich nicht in eine andere Bewerbung kopieren ließe: ein Produkt, ein Standort, eine Arbeitsweise, eine angekündigte Veränderung. Der dritte Absatz bringt die passende Erfahrung, zwei bis drei konkrete Beispiele entlang der Ausschreibung — keine Nacherzählung des Lebenslaufs. Der vierte schließt ab: Verfügbarkeit, Kündigungsfrist, Gehaltsvorstellung, sofern gefragt, und ein schlichter Satz, dass Sie sich über ein Gespräch freuen.

Formulierungen, die Sie sich sparen können

  • „Hiermit bewerbe ich mich auf die von Ihnen ausgeschriebene Stelle“ — das weiß die lesende Person bereits.
  • „Ich bin teamfähig, belastbar und flexibel“ — drei Behauptungen ohne Beleg, in jedem zweiten Anschreiben.
  • „Über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch würde ich mich sehr freuen“ im Konjunktiv. Schreiben Sie es im Indikativ: „freue ich mich“.
  • „Sollte ich Ihr Interesse geweckt haben“ — der Satz öffnet die Tür zum Nein.

Was dazugehört

Eine deutsche Bewerbung ist ein Satz, kein einzelnes Dokument: Anschreiben, Lebenslauf, dann Zeugnisse — Schul- oder Hochschulzeugnisse und vor allem die Arbeitszeugnisse früherer Arbeitgeber. Verschicken Sie ein einziges PDF in dieser Reihenfolge, benannt mit Ihrem Nachnamen und der Stelle. Zwei Anhänge namens „Dokument1.pdf“ und „Scan.pdf“ sind das häufigste vermeidbare Ärgernis im ganzen Verfahren.