Ratgeber
Bewerbung in der Schweiz: das Bewerbungsdossier
Eine Schweizer Bewerbung ist ein Dossier, kein einzelner Lebenslauf. Was hineingehört, worin sie sich von Deutschland unterscheidet und in welcher Sprache.
Aktualisiert 24. August 20267 Min. Lesezeit
Eine Schweizer Bewerbung ist ein Dossier. Das Wort ist wörtlich zu nehmen: Sie schicken eine Mappe mit Belegen, und sie ist vollständiger als in den meisten anderen Märkten. Ein Lebenslauf allein wirkt, so gut er auch sein mag, wie eine halbe Bewerbung.
Was ins Dossier gehört
- Motivationsschreiben — das Anschreiben, eine Seite.
- Lebenslauf — zwei Seiten, mit Foto, chronologisch.
- Arbeitszeugnisse — die Zeugnisse aller relevanten Arbeitgeber, vollständig. Keine Zusammenfassungen, keine Referenzkontakte: die Dokumente selbst.
- Diplome und Zertifikate — Studien- und Weiterbildungsnachweise.
- Angabe zur Aufenthalts- und Arbeitsbewilligung, wenn Sie weder Schweizer Staatsangehörige noch EU-/EFTA-Bürgerin oder -Bürger sind. Eine Zeile genügt.
In welcher Sprache
Schreiben Sie in der Sprache der Ausschreibung. Das ist die ganze Regel, und sie klärt fast jeden Fall: Deutsch im grössten Teil des Landes, Französisch in Genf, der Waadt, Neuenburg, dem Jura sowie Teilen des Wallis und Freiburgs, Italienisch im Tessin und Englisch dort, wo die Ausschreibung englisch ist — häufig in Pharma, Finanzwesen und internationalen Organisationen. Erscheint eine Ausschreibung zweisprachig, nehmen Sie die Sprache, in der Sie stärker sind.
Schweizer Hochdeutsch ist nicht das Deutsch Deutschlands, und der Unterschied, der wirklich auffällt, ist das ß: In der Schweiz wird ss geschrieben. „Strasse“, „grösste“, „gemäss“. Wer einen deutschen Lebenslauf hat, sollte diese eine Ersetzung tatsächlich vornehmen.
Worin sie sich von einer deutschen Bewerbung unterscheidet
- Das Dossier ist vollständiger: Arbeitszeugnisse und Diplome liegen standardmässig bei, statt auf Anfrage angeboten zu werden.
- Ein Foto ist mindestens so üblich wie in Deutschland.
- Das Anschreiben heisst Motivationsschreiben und setzt etwas stärker auf Motivation und Passung als auf die formale Aufzählung von Qualifikationen.
- Über Lohn wird offener und früher gesprochen; Ausschreibungen fragen häufiger nach einer Vorstellung.
- Der Bewilligungsstatus ist für Bewerbende ausserhalb EU/EFTA eine legitime und erwartete Zeile — sie erspart eine Rückfragerunde.
- Schweizer Rechtschreibung: ss, nie ß.
Der Versand
Ein PDF, in der obigen Reihenfolge, benannt mit Nachname und Stelle. Bleiben Sie unter etwa zehn Megabyte — es sind die eingescannten Zeugnisse, die ein Dossier über die Grenze bringen, und ein Portal, das den Upload stillschweigend ablehnt, kostet tatsächlich Bewerbungen. Scannen Sie mit 200–300 dpi in Graustufen, statt Seiten mit dem Handy abzufotografieren.